




















































Blog von Henrike Jönna Friebel




















































Ich verbringe mit Mama die nächsten drei Tage allein im Krankenhaus. So kann ich mich auch in Ruhe auf meinen Körper, meine Mama und meine Umwelt einstellen. Papa kommt regelmäßig vorbei. Aber er bleibt nur ein paar Stunden. Meine Schwester Miki lerne ich auch schon kennen. Mama packt mich in einen kleinen Wagen mit Rollen, in dem ich bequem liegen kann. Dann rollen wir zwei durch das Krankenhaus nach draußen. Dort warten bereits Miki und Papa auf uns. Mama hat für meine Schwester und meinen Bruder Geschenke vorbereitet. Sie sollen auch etwas zu meinem Geburtstag bekommen. Miki freut sich riesig über ein tolles, spannendes Buch und über leuchte poi-pois. Dann gehen wir noch eine Runde spazieren. Voll spannend ist das so draußen in der Welt!
Am dritten Tag kommt Papa zur Mittagszeit und holt mich und Mama ab. Es ist leider ziemlich schwül, aber meine erste Fahrt in Papas Bus kann ich ganz gut ab. Dank des MaxiCosis bin ich hinten auf der Rücksitzbank gut verstaut und ich fühle mich sicher.
Endlich zu Hause! Mama bleibt mit mir erst mal alleine und wir kuscheln zusammen in ihrem Bett. Papa holt Melike von der Schule, und Juke von der Krippe ab. Die kommen dann ganz aufgeregt in das Schlafzimmer. Melike kann es gar nicht abwarten, mich in den Arm zu nehmen. Mein Bruder ist noch etwas vorsichtig. Ich bin ihm wohl noch etwas unheimlich. Ich kenne ja alle bereits die Stimmen schon aus Mamas Bauch. Aber so ohne Bauch dazwischen, klingen sie alle viel, viel besser! Beide sind total glücklich, mich endlich zu sehen. Jeder auf seine Art 🙂
Die ersten Tage schlafe ich wirklich viel. Mamas Milch ist so lecker, dass ich auch das ein- oder andere Mal einen Schluck zu viel nehme und mich übergeben muss. Was ein seltsames Gefühl… Ich fühle, wie ich jeden Tag an Gewicht zulege und immer mehr „ankomme“. Es fühlt sich gut an. Ich bin zu Hause!
Ab und an kommt auch eine Hebamme vorbei. Die wiegt und untersucht mich. Bei mir ist alles bestens! Dank der guten Versorgung von Mama, wachse ich schnell und habe keine Probleme. Die Hebamme ist richtig dolle zufrieden mit Mama und mir. Sie kommt daher auch nicht täglich, sondern nur alle zwei Tage.
In den Nächten schlafe ich ziemlich gut. Alle zwei Stunden möchte ich dann doch bitte meine Milch. Aber ich bin leise. Meine Mama hört das auch sofort und gibt mir, was ich brauche. Ab und an schlafe ich auch mal vier Stunden am Stück. Das ist für alle ziemlich erholsam. Auch tagsüber kann ich echt lange schlafen. Meine Stimme schone ich noch. Es ist schon so genug los bei uns im Haus 😉





































































Dienstag morgen, fünf Uhr. Der Wecker klingelt und Mama wacht auf. Irgendetwas passiert heute. Das habe ich Gespür. Papa höre ich auch im Hintergrund. Die beiden packen geschäftig ein paar Sachen zusammen. Oma und Opa sind auch bereits da. Um diese Uhrzeit? Meine Schwester Miki höre ich auch noch. Sie, Mama und Oma weinen. Warum nur?
Mama und Papa fahren jetzt Auto. Das erkenne ich bereits. Nicht nur das Geräusch, auch das Schaukeln kenne ich. Nach kurzer Fahrt sind wir aber bereits dort. Wo auch immer das ist?!
Mama und Papa kommen in einen Raum, in dem es ziemlich gemütliches Licht gibt. Das kenne ich von Zuhause nicht. Es ist so gelblich und die Stimmung ist toll! Ich genieße das total 🙂 Mama zieht sich aus und bekommt so einen tollen Kittel an. Der ist am Rücken frei. Ich bemerke dann, dass ab und an Frauen zu uns hereinkommen und mit Mama und Papa sprechen. Irgendwas ist doch im Busch! Vielleicht geht es heute los und ich komme raus aus Mamas Bauch? So langsam wird es hier echt eng, muss ich gestehen…
Mama wird dann mitsamt dem Bett in einen anderen Raum gefahren. Papa höre ich zunächst nicht mehr. Dafür aber jede Menge anderer Leute. Und es ist merklich frischer hier. Mama friert schon fast. Aber sie ist auch aufgeregt. Das spüre ich.
Dann geht es Schlag auf Schlag. Mama bekommt eine Betäubung, legt sich hin, ich höre Papa hereinkommen und Mama beruhigen. Sie ist auf einmal ganz aufgeregt! Ich spüre auch, dass es ihr schlecht geht. Doch holla! Was ist das?! Ich erkenne Licht! Da habt mich doch tatsächlich jemand aus Mamas Bauch raus! Hey! Fragt mich keiner, ob ich überhaupt will? Naja, doch. Ich will 🙂 Aber ich protestiere erst einmal lautstark! Ungefragt aus Mamas Bauch herausnehmen! Ts!
Ich kann ganz kurz Mama und Papa wahrnehmen, dann bringt mich die nette Frau, die ich auch schon aus dem anderen Raum kenne, kurz weg. Dort sind dann Ärzte, die mich untersuchen. Ich protestiere einfach mal weiter. Können die doch nicht einfach so machen! Sauerei das!
Dann darf ich zurück zu Mama und auf Ihre Brust bzw. Schulter. Das ist so schön! Und ich höre ihre Stimme diesmal, aber viel deutlicher. Sie ist sooo liebevoll und wohlklingend. Ich beruhige mich ganz schnell und genieße ihre Stimme. Dann nimmt mich die nette Frau wieder mit in den Raum von vorhin. Papa ist aber dabei. Dort werde ich gewogen, mir wird an der Nabelschnur herumgeschnitten und ich bekomme das erste Mal eine Windel an. Dann darf ich zu Papa auf die Brust. Aber was ist das? Papa hat gar keine Zitzen. Ich will aber trinken! Nervös taste ich mich über Papas Brust…. Dann kommt Mama und ich darf zu ihr auf die Brust. Die ist viel weicher und was erspüre ich da? Eine Zitze! Die nehme ich gleich mal an und sauge fleißig. Das strengt zwar wahnsinnig an, ist aber soooo toll. Ich glaube, das werde ich jetzt häufiger machen 🙂
Ich habe an meinem Arm noch so ein komisches Ding mit Kabel dran. Das nervt nicht, aber da sind Geräte dran, die ständig vor sich hin piepsen. Das finde ich nicht so toll. Kann man die mal ausschalten?
Zum Glück geht das nicht lange und die kommen tatsächlich ab. Mama hat auch eines gehabt. Es wird ruhiger und wir werden mitsamt dem Bett über den Flur gefahren. Es ist jetzt wieder heller und zwei Frauen begleiten uns. Wir bekommen ein eigenes Zimmer! Und was soll ich sagen: ich habe sogar ein eigenes Bettchen 🙂
Papa ist die ganze Zeit dabei. Ab und an darf ich auch zu ihm. Aber bei Mama kann ich trinken und nuckeln. Das ist echt klasse! Mein Bettchen probiere ich auch mal aus.
Es ist so gemütlich hier, dass ich nach dem Trinken bei Mama erst mal einschlafe. Es war ja auch ganz schön anstrengend bis hier her!






































